Unser letztes Konzert in diesem Jahr – kurz vor’m Advent mit Paul Armfield und einem Weihnachtssong ohne Glöckchen:

Paul Armfield „Found“

Paul Armfields’ sechstes Album mit dem Titel Found ist eine Folge von Songs, die von einer atemberaubenden Sammlung von Fotografien inspiriert ist. Hunderte von erstaunlichen schwarz/weiß-Fotografien wurden über Jahrzehnte gesammelt und von Pauls‘ Freundin Elinor durch die Augen einer Künstlerin durchsucht und ausgewählt. Jedes Bild ist sowohl mysteriös als auch schön und eröffnet einen Blick in die Herzen und Leben derer, die hinter den Bildern stecken. Über das Projekt sagt Paul: „Die Tatsache, dass wir nichts über diejenigen anonymen Charaktere wissen, die diese Bilder bevölkern, ist fesselnd genug. Aber dadurch, dass sie alle auf irgendeine Weise von derselben deutschen Geschichte beeinflusst wurden, entstehen noch ganz andere Ebenen der Faszination. Elinor hat wirklich ein Auge für Schönheit und Menschlichkeit und in jedem der Bilder, die sie ausgesucht hat, verbinden sich diese beiden Dinge. Als ich sie das erste Mal durchsah war ich überwältigt. Jedes Bild erzählt unglaublich viel, aber ich habe versucht, meine eigenen Interpretationen der Bilder außen vor zu lassen. Beim Schreiben der Songs habe ich eher versucht eine musikalische Landschaft zu schaffen, um die Erfahrung beim Betrachten der Bilder zu verstärken. Sozusagen 3 minütige Rahmen in denen man über ein Bild nachdenken und staunen kann und dabei mit jedem Atemzug neuen Atem in die anonymen Leben strömen zu lassen.“

Mich in die Leben anderer hineinversetzen

Das Album, dass er in seinem Wohnzimmer aufnahm, wurde vollständig von der „Paul Armfields‘ Friends Society“ bezahlt, einem außergewöhnlichem Abo-Service, der Paul unter anderem dazu verpflichtet einen Song pro Monat zu schreiben und aufzunehmen und zwar zu einem Thema, dass die Mitglieder vorgeben.

Ein versehentlicher Weihnachtssong

Eines der Highlights des Albums ist ein ungewöhnlicher Weihnachtssong, der als Single released werden soll. Paul erklärt: „Ich habe ein Faible für Weihnachtslieder und habe schon oft versucht, selbst welche zu schreiben, doch es ist nahezu unmöglich nicht entweder zu schmalzig oder zu zynisch zu klingen. Deshalb hatte ich die Idee schon lange aufgegeben. Doch dann sah ich die Fotografie einer Familie und deren Freunden, die um einen Weihnachtsbaum herum saßen und eine geruhsame und entspannte Zeit zusammen genossen und versuchte es noch einmal. Ich schrieb über das, was ich sah. Und obwohl dort nicht die gängigen Motive wie Geschenke, Rentiere oder Schnee zu sehen war, sondern nur der Geist des Feierns, traf ich quasi durch Zufall genau den richtigen Ton. Den Ton, den ich schon so sehr zu erreichen versucht hatte. Und er ist vollkommen OHNE Glöckchen.“

Die Eindrücke vom Konzert: